Bodenschutzfachlicher Beitrag

Bodenschutzfachlicher Beitrag zur Entwicklung von Umsetzungsstrategien und Umsetzungsinstrumenten für eine umweltverträgliche Landnutzung in Natura2000-Gebieten

Veranlassung

Bei der naturschutzfachlichen Arbeit in Natura2000-Gebieten sind auch die abiotischen Umweltfaktoren - und insbesondere die potenziellen stofflichen, bodenkundlichen und hydrologischen Rahmenbedingungen, die die Erhaltung oder die Entwicklung der Natura2000-Gebiete gefährden könnten - zu berücksichtigen.

Dazu zählen u. a. auch Veränderungen des Stoff- und Wasserhaushaltes von Böden z. B. durch: Bodenerosion auf einer Baustelle

  • Bodenerosion und Stoffeintrag in die Oberflächengewässer,
  • Zustrom von Stoffen mit dem Interflow und über das Grundwasser,
  • Änderung des Grundwasserstands,
  • Änderung der Überschwemmungsdynamik in Auen.

Der Stoff- und Wasserhaushalt von Böden wird wiederum maßgeblich von der Landnutzung beeinflusst, so dass Land- und Forstwirtschaft sowie Wasserwirtschaft, Siedlungswirtschaft und Bergbau Rahmenbedingungen gewährleisten müssen, um die Lebensraumtypen und Habitate eines Natura2000-Gebietes nachhaltig erhalten zu können.

Ziele

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des FuE-Vorhabens für die Unterstützung der naturschutzfachlichen Arbeit in Natura2000-Gebieten eine praxisnahe Handreichung entwickelt werden, die Maßnahmen des Bodenschutzes ableitet, welche erforderlich sind, um einen günstigen Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten sicherzustellen bzw. zu entwickeln.

Projektorganisation

Das FuE-Vorhaben gliederte sich in 2 Teile:

  1. Im Mittelpunkt der Fragestellung des ersten Teilvorhabens stand die Analyse des Wirkungsgefüges zwischen dem landnutzungs- und bewirtschaftungsbedingten Stoff- und Wasserhaushalt der Böden und den Lebensraumtypen bzw. Habitaten ausgewählter Anhang-II-Arten der FFH-Gebiete.
  2. Bestandteil des zweiten Teilvorhabens war die Entwicklung der praxisnahen Handreichung sowie der Test derselben am Beispiel ausgewählter Natura2000-Gebiete in Sachsen.

Unsere Vorgehensweise

Die Rahmenbedingungen und Kriterien für die Erhaltung bzw. die Entwicklung des für den jeweiligen Lebensraumtyp erforderlichen Stoff- und Wasserhaushaltes wurden von uns benannt. Die Bedeutung und Wirkung von Maßnahmen des Bodenschutzes im Zusammenhang mit der Landnutzung und Bodenbewirtschaftung wurden so weit wie möglich ermittelt. Dabei war zu berücksichtigen, dass die Einflüsse nicht nur im FFH-Gebiet selbst, sondern auch aus den umgebenden Flächen in das FFH-Gebiet hineinwirken bzw. ubiquitär vorhanden sind.

Die Projektbearbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüro Dr. Feldwisch, Bergisch-Gladbach.