Begleituntersuchung zum Dimilineinsatz

Begleituntersuchung zum Dimilineinsatz durch die LWF -Artengruppe Ameisen

Fragestellung: Welche ökosystemaren Auswirkungen hat ein Dimilineinsatz auf die Fauna eines Eichenwaldes? Ameise

Diese Fragestellung behandelt die LWF - Bayer. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft - in einem mehrjährigen Projekt in Unterfranken. Wir bearbeiten hierbei die in den Baumkronen lebenden Ameisen.

Weitere Artengruppen wie Vögel, Schmetterlinge und xylobionte Käfer werden ebenfalls untersucht.

Bearbeitet werden drei Eichenwälder nördlich von Werneck (Unterfranken), die nördlich und südlich der Autobahn A70 und östlich der A7 gelegen sind. Bei den drei Flächen handelt es sich um Eichen-Hochwälder, deren frühere Nutzung die Mittelwaldwirtschaft war.

Untersuchungsmethoden

Eine Fläche (C) wurde im Jahr 2004 mit Dimilin behandelt, eine im Jahr 2005 (Fläche A), die dritte Fläche dient als Kontrollfläche (B, keinerlei Dimilin-Behandlung, Nullfläche).

- Alle Flächen wurden vor und nach dem Dimilineinsatz beprobt.

In den Jahren 2004 und 2005 wurden die Baumkronen mit einem kurzfristig wirkenden Mittel benebelt (Fogging), um die Fauna der Baumkronen erfassen zu können.

Die Proben wurden zunächst auf Einzelbaumebene bestimmt und anschließend pro Probefläche aggregiert. Zur Bestimmung wurde vorrangig SEIFERT (1996), ergänzend auch CZECHOWSKI et al. (2002) und SANTA (1994) v.a. bei der Gattung Leptothorax verwendet. Zum Vergleich der Probeflächen untereinander wurden Artenzahlen, Individuensummen, die gebräuchlichsten Diversitätsindices (Shannon-, Simpson-, Margalef-, log-log-Index und Fishers alpha) und Ähnlichkeitsindices (Jaccard, Sörensen, Wainstein-Index) ermittelt und neben parametrischen Vergleichen und Varianzanalysen auch multivariate Methoden zur Ähnlichkeitsanalyse wie Clusteranalyse und multidimensionale Skalierung (MDS) eingesetzt.

Ergebnisse zur Struktur der Artengemeinschaften

Die Clusteranalyse ergab grundsätzlich zwei Hauptgruppen. Die Fläche C bildet im Jahr 2004 und 2005 eine Gruppe, die Fläche B die andere Gruppe. Die Fläche A, die 2005 mit Dimilin behandelt wurde, wechselt zwischen den Jahren die Hauptgruppe und wird jeweils den beiden Gruppen C und B zugeordnet. Der Wechsel von A von 2004 nach 2005 zwischen den Hauptgruppen könnte als deutlicher Hinweis auf einen Einfluss der Dimilin-Behandlung gewertet werden.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt man mit der multidimensionalen Skalierung (MDS). Hier wird die Ähnlichkeit der Untersuchungsflächen in einem x-y-Diagramm dargestellt, wobei die Ähnlichkeit der Untersuchungsflächen durch räumliche Nähe im Koordinatensystem ausgedrückt wird. Diese MDS wurde für die gleiche Ausgangsmatrix wie bei der Clusteranalyse, eine Matrix der Pearson-Korrelationskoeffizienten berechnet (metrische Skalierung). Hier wird die Nullfläche B in beiden Jahren sehr eng benachbart dargestellt, was auf eine hohe Ähnlichkeit in der Artenzusammensetzung hindeutet. Entgegengesetzt werden die beiden Untersuchungsjahre der Fläche C gruppiert. Die Fläche A wird nun im Jahr 2004 eher den Flächen C, im Jahr 2005 dagegen eher den Flächen B zugeordnet: wie bei der Clusteranalyse hat A zwischen den Jahren die Position und damit Ähnlichkeit zu den beiden anderen Untersuchungsflächen gewechselt.

Nahe liegend ist, diese veränderte Zuordnung mit einer geänderten Artenzusammensetzung und einer veränderten Struktur der Artengemeinschaft in Folge des Dimilineinsatzes in A im Frühsommer 2005 zu erklären.