Indikatorenset Naturschutz/Biologische Vielfalt

Konzeptionelle Vorarbeiten für Indikatoren im Bereich Natur und Landschaft / Biologische Vielfalt

Aufgabe: Im Rahmen der Umweltindikatoren-Entwicklung des bayerischen LfU sollte ein Indikatorenset "Naturschutz / Biologische Vielfalt" konzipiert werden.

Auftraggeber: Bayerisches Landesamtes für Umweltschutz, Augsburg, Abt. Naturschutz und Landschaftspflege

Vorgehensweise: Wasserdost mit Spanischer Fahne

In Zusammenarbeit mit der Fa. PAN, München, wurden folgende Punkte bearbeitet:

  • Bewertung der Datenbasis für die Indikatorenvorschläge: Sichtung und Bewertung vorhandener Naturschutzdaten, -gutachten oder anderer Fachunterlagen im Hinblick auf ihre Eignung zur Indikatorenbildung. Inhalte dieses Arbeitsschritts sind auch die Prüfung des Umfangs der Stichproben und die Verfügbarkeit von Jahresreihen. Recherche und Prüfung der vorhandenen Datenbestände auf fachliche, inhaltliche und methodische Eignung als Indikatoren und Beurteilung der Datenqualität. Abschätzung des jährlichen Aufwandes für evt. Datenerhebungen, Abschätzung der derzeitigen und künftig möglichen Aktualisierbarkeit.
  • Bewertung der methodischen Konzeption und Bewertung der Indikatorenvorschläge in Bezug auf ihre fachliche, inhaltliche und methodische Eignung, insbesondere auch eine Zuordnung der Indikatoren zu Zielen des bayerischen oder bundesdeutschen Naturschutzes.
  • Erarbeitung von Vorschlägen für methodische Mindestanforderungen an die Datenqualität und -quantität.
  • Darstellung und kritische Würdigung von Alternativen, beruhend auf einem Vergleich mit Konzepten anderer Bundesländer bzw. Staaten sowie Darstellung von Vor- und Nachteilen der jeweiligen Vorgehensweise.
  • Erarbeitung von Vorschlägen für die Einbindung des bayerischen Umwelt-Indikatorensystems in andere Umweltmonitoring-Konzepte (Ökologische Flächenstichprobe, Tierartenbestandsmonitoring, "100-Arten-Korb" des BfN, Monitoring FFH-Arten).
  • Vertiefte Ausarbeitung und Beschreibung von 25 ausgewählten Indikatoren, in Abstimmung mit dem LfU.
  • Darstellung von Aggregierungsmöglichkeiten und Erstellung einer Entwurfsfassung eines Konzepts für Indikatoren für Naturschutz / Biologische Vielfalt in Bayern

 

Beispiel eines möglichen Indikators "Entwicklung Schutzgebietsfläche (NSG)" Datenquelle:

"Grüne Liste" auf der Homepage des Bayer. LfU: http://www.bavaria.de/LFU/natur/flaechenschutz/gruene_liste/index.html

Ergebnis:

  • Systematische Sammlung der Ziele des bayerischen oder bundesdeutschen Naturschutzes und Zuordnung der vorgeschlagenen Indikatoren zu diesen Zielen.
  • Beurteilung aller Kriterien, die zur Beschreibung der Indikatoren gefordert waren, insbesondere auch Beurteilung der Möglichkeiten auf eine Darstellung des Indikators zum Zielerreichungsgrad,
  • detaillierte textliche Ausarbeitung von 25 Einzel-Indikatoren,
  • Gliederung der Indikatoren nach Arten, Lebensräumen, Ökosystemen und ökologischen Prozessen und Funktionen,
  • Darstellung der Aggregierungsmöglichkeiten zu einem überschaubaren System von übergeordneten Indikatoren, die die wesentlichen Zieldimensionen und Objekte des Naturschutzes abbilden,
  • Ausgearbeiteter Indikatorensatz "Naturschutz / Biologische Vielfalt" und Konzeption.

 

Für jeden Indikator liegt weiter als detaillierte Ausarbeitung eine standardisierte Beschreibung und Beurteilung vor, in der folgende Kriterien bzw. Punkte abgehandelt wurden:

  • Definition des Indikators,
  • Darstellung der Größen (z. B. Zeitreihe in absoluter Größe und als Zielerreichungsgrad in Prozent des Ziels),
  • Typisierung nach dem DPSIR-Ansatz der OECD,
  • Funktionaler Zusammenhang mit Problem- und Vorsorgefeldern des Umweltschutzes,
  • Relevanz in Bayern und innerhalb der Regionen Bayerns,
  • Beurteilung nach Kriterien zur Verfügbarkeit der Daten, der Aktualisierbarkeit und Qualität der Daten, der Orientierung an Zielen, der Sicherheit der Bewertung und der Beeinflussbarkeit der Indikator-Entwicklung durch Mittel des Naturschutzes,
  • Beurteilung nach weiteren Kriterien wie Vermittelbarkeit in der Öffentlichkeit, und Kompatibilität mit bundesweiten Monitoring-Konzepten,
  • Abschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses und der Möglichkeit zu einer Quantifizierung der Zielerreichung,
  • abschließende Beurteilung der Gesamteignung des Indikators und seiner Priorität.