Naturschutz-Indikator Nachhaltigkeit

Indikator Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten

Das Bundesamt für Naturschutz entwickelt im Auftrag des Bundesumweltministeriums einen Indikator "Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten", der als Teil der 21 Nachhaltigkeitsindikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung für Politik und Öffentlichkeit in allgemein verständlicher Form Zustand und Trend von Natur und Landschaft aufzeigen soll. Der Indikator "Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten" enthält fünf Teil-Indikatoren für die Hauptlebensraumtypen Agrarland, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer sowie Küsten und Meere. Aus den fünf Teil-Indikatoren wird der Gesamtindikator gebildet, in dem die einzelnen Hauptlebensraumtypen nach ihren Flächenanteilen an der Landesfläche Deutschlands gewichtet werden.

Zur Ermittlung der Sollwerte für das Jahr 2015 als erstes "Etappenziel" einer nachhaltigen Entwicklung wurde eine Experten-Befragung nach der Delphi-Methode im Rahmen der Tagung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft am 1. und 2. 10. 2003 in Halberstadt, durchgeführt. Werden die Sollwerte im Jahr 2015 erreicht, beträgt die Zielerreichung 100 %. Für 51 Vogelarten wurden diese Sollwerte der bundesweiten Bestandsgrößen erstellt.

Die Indizes (Zeitreihen seit 1990) wurden pro Art aus dem Verhältnis der jährlichen Bestandsgrößen oder der Indexzahlen aus dem DDA-Monitoring zu den angestrebten Sollwerten für das Jahr 2015 berechnet und dann pro Hauptlebensraumtyp über alle Arten gemittelt.

Die Zielerreichung im Jahr 2001 liegt je nach Hauptlebensraumtyp zwischen 78 und 64 %, und zwar bei Agrarland bei 64,5 %, bei Wäldern bei 78,1 %, bei Siedlungen bei 74,1 %, bei Binnengewässern bei 70,2 % und bei Küsten und Meere bei 76,6 %. Bei keinem Teil-Indikator ist seit 1990 ein eindeutiger positiver Trend hin zu den Sollwerten feststellbar.

Ein positiver Trend der hier dargestellten Teil-Indikatoren hin zu den angestrebten Sollwerten im Jahr 2015 kann nur erreicht werden, wenn eine nachhaltige, dauerhaft-umweltgerechte Landnutzung in allen Bereichen umgehend initiiert, fortgeführt und verstärkt wird.