Umweltindikator Bestandsentwicklung

Umweltindikator: Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten*

Für das Niedersächsische Landesamt für Ökologie (NLÖ) entwickelten wir als Teilbeitrag zum Set von Umweltindikatoren für Niedersachsen zwei Indikatoren zur Bestandsentwicklung von Vogelarten. Indikatoren sollen für Politik und Öffentlichkeit in verständlicher, verdichteter und anschaulicher Form Trends der Umwelt aufzeigen.

Im Bereich "Biologische Vielfalt" wird vom NLÖ als wichtigster Indikator die Bestandsentwicklung ausgewählter Arten angesehen. Die Entwicklung von 19 Vogelarten, für die gezielte Artenschutzmaßnahmen durchgeführt wurden, wird in einem "Maßnahmen-Indikator" dargestellt, die Entwicklung von 24 Vogelarten der Normallandschaft in einem "Zustands-Indikator". Beide Indikatoren werden als Zeitreihe seit 1970 dargestellt. Die Indizes wurden pro Art aus dem Verhältnis der Bestandszahlen (pro Jahr beim Maßnahmen-Indikator oder alle 5 Jahre beim Zustands-Indikator, je nach Datenverfügbarkeit) zu angestrebten Zielwerten (Zielerreichung im Jahr 2010 = 100 %) berechnet und dann über alle Arten gemittelt. Zur Ermittlung dieser Zielwerte für das Jahr 2010 als erstes Etappenziel führten wir eine Experten-Befragung nach der Delphi-Methode durch. Der allgemeine Trend bei Maßnahmen- und Zustandsindikator ist eine generelle Abnahme gegenüber dem Beginn der Indexreihe, insbesondere in den 70er Jahren.

Zustands-Indikator

Der Tiefstand des jährlichen Maßnahmen-Indikators lag im Jahr 1987 bei 43 %. Seitdem ist eine geringe Zunahme zu beobachten. Im Jahr 1999 beträgt die Zielerreichung 68,3 % - mit positivem Trend. Die neben stehende Grafik macht deutlich, dass die eingeleiteten Artenschutzmaßnahmen zu einem Erfolg geführt haben, da der Indikator nach seinem Tiefstand 1987 einen steigenden Zielerreichungsgrad zeigt. Einige Arten wie Weißstorch, Kranich oder Seeadler zeigen erfreuliche Zunahmen.

 

Maßnahmen-Indikator

Der Trend des Zustands-Indikators ist negativ und in den Bestandsrückgängen weit verbreiteter Vogelarten begründet, die typisch sind für Acker (z. B. Feldlerche, Grauammer), Grünland (z. B. Kiebitz, Kampfläufer) und Siedlung (Gartenrotschwanz, Mehl- und Rauchschwalbe). Er sinkt seit 1970 und fällt auf 74% Zielerreichung im Jahr 1999 ab. Dies ist auf die zunehmende Intensivierung der Landnutzung in allen Bereichen (Landwirtschaft, Verkehr, Siedlung, Freizeit) zurückzuführen. Die angestrebten Bestandsziele für 2010 können nur erreicht werden, wenn alle Bereich der Landnutzung umgehend in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt werden.

 

*Langfassung: Schupp, D. et al. (im Druck): Entwicklung eines Umweltindikators "Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten".

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 2001, Hildesheim.