Bodenschutz in Sachsen

Konzept zur Einbindung des Bodenschutzes in das Landschaftsprogramm und in den Landesentwicklungsplan Sachsen

Aufgabe: Aufgabe dieser Konzeption war, die wichtigsten Grundsätze und Ziele des Bodenschutzes im Freistaat Sachsen zu erarbeiten und eine Strategie zur Einbringung dieser Bodenschutzziele in das Landschaftsprogramm und Landesentwicklungsplan (LEP) Sachsens zu entwickeln. Landschaftsprogramm und LEP werden derzeit vorbereitet bzw. die Überarbeitung steht an.

Auftraggeber: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Abt. Bodenschutz und angewandte Geologie

 

Vorgehensweise: biotisches Ertragspotenzial im Mulde-Lößhügelland

Da dem LEP derzeit ein Kapitel "Bodenschutz" fehlt, haben wir zunächst den fachlichen und politischen Bedarf für ein eigenständiges Kapitel "Bodenschutz" in der geplanten Überarbeitung des LEP dargestellt. Aufbauend auf der Literaturanalyse, der Analyse von programmatischen und politischen Aussagen zum Bodenschutz, haben wir anschließend die grundsätzlichen bodenschutzfachlichen Ziele raumordnerischer Ausweisungen wie

  • Sicherung vor Flächeninanspruchnahme
  • Koordination des Bodenschutzes mit den anderen Freiraumfunktionen
  • Bodensanierung und -entwicklung

konkretisiert und spezifische Inhalte für die Probleme des Bodenschutzes im Freistaat Sachsen erarbeitet. Zudem haben wir die Möglichkeiten der Aggregegation einzelner Bodenschutz-Themen (z. B. einzelne Themen wie "Erosionsgefährdung durch Wasser, durch Wind; Verdichtungsgefährdung") zu aggregierten Schutz-Zielen ("z. B. Schutz des Bodengefüges") mit Hilfe von planungsmethodischen Instrumenten wie Präferenzmatrix und Relevanzbaum aufgezeigt.

 

Ergebnisse:

Neben unseren textlichen Formulierungen von Grundsätzen und Zielen haben wir für die laut Sächsischem Landesplanungsgesetz möglichen Planelemente:

  • Eignungsgebiete (besondere Funktionalität)
  • Vorrang- und Vorbehaltsgebiete (besondere Funktionalität + Empfindlichkeit + Gefährdung)
  • Sanierungs- und Entwicklungsgebiete (eingeschränkte Funktionalität wegen besonderer Belastung)
  • Regionale Grünzüge, Grünzäsuren (integrativer Schutz)

konkrete Inhalte und ihre kartografische Darstellung erarbeitet, aufbauend auf thematischen Arbeitskarten wie "Erosionsgefährdung, "Verdichtungsgefährdung", "Bedeutung für den Landschaftswasserhaushalt", "seltene Böden und Bodenformen", "Überschreitung von Prüfwerten" etc.

Für das Landschaftsprogramm haben wir einen ausführlichen Text-Vorschlag zur Einbringung aller Bodenschutz-relevanten Themen und einen Entwurf einer aggregierten Bodenschutz-Karte erstellt. Für den LEP wurden die wichtigsten, im Rahmen des SächsLPlG möglichen Grundsätze und Ziele in einem eigenständigen Kapitel "Bodenschutz" dargestellt, wobei auch spezielle Ziele für die Regionalplanung und Bauleitplanung erarbeitet wurden. Diese beiden Planungsebenen sind zur Steuerung und v.a. Verringerung der Flächeninanspruchnahme, die auch in Sachsen eines der wichtigsten Bodenschutz-Probleme darstellt, von hoher Bedeutung.

Abschließend wurde ein Vorschlag für die Einbringung der Bodenschutzziele in die LEP-Zielkarte "Vorrang- und Vorbehaltsgebiete Freiraumstruktur" (z. B. für seltene Böden, Böden besonderer natürlicher Bodenfunktionen und Leistungsfähigkeit etc.) und die Zielkarte "Gebiete mit besonderen Entwicklungs-, Sanierungs- und Förderungsaufgaben" (z.B. Bodenplanungsgebiete) erstellt.