Schlüsselartensystem

"Schlüsselartensystem für ein Naturschutzmonitoring"

Das BMU strebt in seinem "Entwurf eines umweltpolitischen Schwerpunktprogramms" eine Trendwende in der Artengefährdung an (BMU 1998: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland). Indikator hierfür soll ein "Schlüsselartensystem für ein Naturschutzmonitoring" sein, kurz "100-Arten-Korb" genannt, der vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) konzipiert wurde.

In diesem Projekt haben wir einen hoch aggregierten Index entwickelt, der den Zustand der Artenvielfalt widerspiegelt. Derzeit sind 184 Arten in diesem Schlüsselartensystem enthalten. Von Seiten des Rats von Sachverständigen für Umweltfragen (RSU, vgl. Jahresgutachten RSU 2000) wurde die Entwicklung eines entsprechenden Indikators für den Zustand der biologischen Vielfalt wiederholt gefordert. Der "100-Arten-Korb" ist als Teil eines Indikatorensystems des BfN zum Zustand von Natur und Landschaft zu sehen.

Das Schlüsselartensystem beruht auf folgender Vorgehensweise:

  • Auswahl von charakteristischen Arten für vorrangig gefährdete Lebensraumtypen oder von Arten mit hohem "Mitnahmeeffekt" für weitere gefährdete Arten,
  • Anwendung eines breiten taxonomischen Spektrums aus über 20 Artengruppen,
  • Funktionszuordnung jeder ausgewählten Art als Rote-Liste-Art, Indikatorart oder Sympathieträger.

100-Arten-Korb

 

Im Mittelpunkt der Artenauswahl standen gefährdete Lebensraumtypen und hierfür charakteristische Arten, d. h. dieses "Schlüsselartensystem für ein Naturschutzmonitoring" spiegelt vorrangig die Bemühungen um die Erhaltung gefährdeter Lebensräume und ihrer charakteristischen Arten wider. Die Indexbildung erfolgt nach dem Grundsatz "Berichtsjahr zu Basisjahr": das Jahr der geplanten Ersterhebung wird als Referenz verwendet und gleich 100 % gesetzt. Sämtliche Daten sollen in Zukunft mit Hilfe eines bundesweiten Stichprobenverfahrens erhoben werden. Wir haben diesen Index entwickelt, alle Arten mit ökologischen Steckbriefen beschrieben, die erforderlichen Erhebungsverfahren dargestellt und den notwendigen Stichprobenumfang ermittelt.