Bestandsaufnahme 2001

EuE-Vorhaben "Bestandsaufnahme Grünes Band" - das Projekt

Aufgabe:

Das Büro für ökologische Studien (BfÖS) bearbeitet den wissenschaftlichen und planerischen Teil, koordiniert die Gelände-Erhebungen und wertet die naturschutzfachlichen Grundlagen-Informationen zum "Grünen Band" aus.

Auftraggeber:

Die Untersuchungen werden von uns als Auftragnehmer des Bundes Naturschutz in Bayern e.V. durchgeführt, der wiederum vom Bundesamt für Naturschutz als Projektträger den Auftrag hierzu bekommen hat.

Ziel:

unserer Studie war eine deutschlandweite, länderübergreifende Gesamtschau. Ziel des Naturschutzes muss es sein, diese einmalige Verbundstruktur wertvoller Lebensräume, an der neun Bundesländer beteiligt sind, als möglichst zusammenhängendes "Grünes Band" - vergleichbar einer Perlenkette hochwertiger Biotope - zu sichern. Beim Grünen Band handelt es sich um den längsten Wald- und Offenland-Biotopverbund Mitteleuropas.

 

Zu den Kartierungen 2001: Kartierung des Grünen Bandes

Mit den Kartierungsarbeiten wurde im Juni 2001 begonnen. Die ehemalige innerdeutsche Grenze wurde im Juni in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, im Westteil Thüringens und in Sachsen von mehreren Kartierungs-Teams bearbeitet. Im Juli und August wurde dann überwiegend im Süden und Osten Thüringens und in Sachsen-Anhalt die Biotoptypenkartierung unternommen. Unser Untersuchungsgebiet umfasste den früheren "Todesstreifen" (ca. 50 - 200 m Breite zwischen Kolonnenweg und ehemaliger Staatsgrenze, manchmal auch bedeutend breiter). 5 Teams kartierten die ehemalige innerdeutsche Grenze im Sommer und Anfang Herbst.

Ergebnisse der Kartierung: der Plattenweg im Grünen Band

Im Zuge der Kartierungen konnte bereits festgestellt werden, dass eine Vielzahl von wertvollen Biotoptypen im ehemaligen Grenzstreifen vorhanden sind. Die Palette der Biotope reicht dabei von Schwermetallrasen bis hin zu Niedermooren, Sumpf- und Bruchwäldern oder Fels- und Schotterrasen. Wertvolle Trockenrasen mit Orchideenbeständen konnten sich in einigen Teilbereichen entwickeln. Doch teilweise war das Grüne Band auch unterbrochen durch Äcker, Straßen, Bebaungen.

Auswertungsarbeiten:

Die 2001 erhobenen Geländedaten wurden ins GIS (wir verwenden ArcView 3.2a) übertragen. Es wurde eine systematische Bewertung der Biotoptypen im Grünen Band durchgeführt und das Lebensraum-Inventar nach der Roten Liste der Biotoptypen Deutschlands bewertet. Hinweise auf das Vorkommen von naturschutzfachlich wertvollen Arten wurden ebenfalls bewertet, nach der Roten Liste Tiere bzw. Pflanzen Deutschlands.

Bei der Bewertung wurden auch die Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie berücksichtigt. Mit einem eigens neu konzipierten Bewertungsverfahren wurde auch die potenzielle Funktion im Biotopverbund bewertet. Mit diesen beiden Bewertungsschritten konnten bundesweite Schwerpunkträume des Arten- und Biotopschutzes für das Grüne Band ermittelt werden, die für großräumige naturschutzfachliche Projekte, je nach Lebensraumspektrum und Projekttyp, vorgeschlagen wurden.

Weiterhin erfolgte eine vollständige Analyse aller vorhandenen Literatur über einzelne Teilbereiche wie Schutzwürdigkeitsgutachten der NSG im Grenzstreifen und Verbindung mit der Geländekartierung und ihrer Bewertung. Alle Artnachweise wurden zusammengefasst und bewertet. Auf einem abschließenden Workshop am 25./26. Juni in Mitwitz (Oberfranken, Bayern) wurden der Erläuterungsbericht und die Ergebnisse präsentiert.

Damit konnten wir folgende Fragen weitgehend beantworten: Grüne Band-Flächen - Umbruch zu Acker

  • In welchem Zustand befinden sich die einzelnen Gebiete momentan?
  • Welche Flächen sind naturschutzrechtlich als Schutzgebiete gesichert?
  • In welchen Bereichen besteht aus Sicht des Naturschutzes weiterer Handlungsbedarf?
  • Welche Handlungsempfehlungen können abgeleitet werden?

 

Die Planung:

Die 1400 km Grünes Band wurden im letzten Bearbeitungsschritt von uns beplant.Wir erstellten je ein Leitbild, ein Ziel und ggf. mehrere Maßnahmen pro Abschnitt des Grünen Bandes. Hierbei spielten eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, die bei den Planungsarbeiten beachtet werden mussten, wie z. B.:

  • Aussagen anderer Planungen in diesem Gebiet (Schutzwürdigkeitsgutachten, Plegepläne u. a.),
  • beeinträchtigende Faktoren (z. B. zukünftige konkurrierende Fachplanungen),
  • vorhandene Ressourcen, auf die bei einer Pflegeplanung zurückgegriffen werden konnten (Landschaftspflegeverbände, landwirtschaftliche Betriebe u. a.).

 

Die Ergebnisse des Projektes:

  • eine Veröffentlichung in Natur und Landschaft, Heft September 2002
  • Aufnahme der zentralen naturschutzfachlichen Forderungen in die Koalitionsvereinbarungen der Bundesregierung "Die Bundesregierung wird durch die Sicherung ökologisch besonders bedeutsamer Bundes-liegenschaften (z. B. Militärflächen, Bergbaufolgelandschaften und Flächen im Gebiet des Grünen Bandes) dafür Sorge tragen, dass dieser Naturreichtum bewahrt wird..." und weiter an anderer Stelle "Der Aufbau des Nationalen Naturschutzerbes, dessen Grundlage die Übertragung von 100.000 Hektar ökologisch wertvoller Flächen in den neuen Bundesländern ist, wird fortgesetzt. Beim Verkauf von Naturschutzflächen im Besitz des Bundes wollen wir diese zuerst den Naturschutzbehörden der Länder beziehungsweise Naturschutzverbänden zum Kauf anbieten."
  • ein umfassender Endbericht und umfangreiche Anhänge (Fotodokumentationen, Maßnahmenbeschreibung, Erläuterung der Leitbilder, Befragung der Unteren Naturschutzbehörden und der Landschaftspflegeverbände, Eigentümer-Ermittlung etc.)
  • zwei Datenbanken, Literaturauswertungen und Bestandserhebungen, die jeweil gekoppelt sind mit dem zugehörigen ArcViewProjekten (Bestandserhebung und Planung), die zusammen einen Umfang von 4 GigaByte besitzen,
  • Artauswertungen und eine DIA-Sammlung über 1400 km Grünes Band

 

Weitere Informationen zum "Grünen Band" finden Sie auf der Homepage des Bundesamts für Naturschutz unter www.bfn.de und auch des BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland unter www.bund.net.