Veröffentlichungen

EuE-Vorhaben "Bestandsaufnahme Grünes Band" - Veröffentlichungen

1. Zusammenfassender Auszug aus: Natur und Landschaft 77 (9/10): 407-414das Grüne Band als Lebenslinie sichtbar in der Landschaft

Naturschutzfachliche Bedeutung des längsten Biotopverbundsystems Deutschlands

- gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz

Helmut Schlumprecht, Franka Ludwig, Liana Geidezis & Kai Frobel

Zur Ermittlung des Zustandes der Biotope im ehemaligen Grenzstreifen und zur Erarbeitung von Schutzkonzepten hatte der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) seit April 2001 ein Erprobungs- und Entwicklungs-Vorhaben "Bestandsaufnahme Grünes Band" durchgeführt, das vom BfN gefördert wurde. Seine Ergebnisse zeigen die herausragende Schutzwürdigkeit des 1393 km langen und 177 km² großen Grünen Bandes.

In einer flächendeckenden Bestandsaufnahme im Jahr 2001 wurden 109 Biotoptypen erhoben. Knapp die Hälfte der Fläche besteht aus gefährdeten Biotoptypen. Auch kommen FFH-Lebensraumtypen vor, darunter auch prioritäre Typen (zusammen ca. 16 % der Fläche). 28 % der Flächen sind als NSG geschützt und ca. 38 % als FFH-/SPA-Gebiete gemeldet. Das Grüne Band erfüllt alle wesentlichen Kriterien eines nationalen Biotopverbundsystems. Ungefähr 85 % der Fläche ist noch nicht zu Acker, Intensivgrünland oder versiegelten Flächen degradiert. Die Funktion als länderübergreifendes Biotopverbundsystem ist derzeit noch weitgehend intakt, jedoch durch den in Zukunft verstärkten Verkauf der bundeseigenen Flächen zunehmend bedroht.

Aus der Bewertung der Biotoptypenkartierung, der Literaturauswertungen und der Befragungen der angrenzenden Naturschutzbehörden sowie Schutzgebietsverwaltungen wurden 32 bundes- und landesweite Schwerpunkt- und Entwicklungsgebiete ermittelt, wobei die 20 bundesweiten Schwerpunkt- und Entwicklungsgebiete zusammen fast zwei Drittel der Fläche abdecken. Bund und Länder sind gefordert, zur Umsetzung des § 3 BNatSchG ihre Bemühungen zur Erhaltung und Entwicklung dieses bundesweit einmaligen Biotopverbundsystems zu verstärken. Hierzu wurden eine Reihe von Vorschlägen für "Projekte gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" und EuE-Projekte auf der Ebene des BfN, Projekte auf Länder- und regionaler Ebene erarbeitet sowie die erforderlichen Schutzgebietsausweisungen dargestellt.

Ca. 65 % der Biotopflächen befinden sich im Bundesbesitz. Das neue BNatSchG bietet die Möglichkeit zu prüfen, ob der Bund zur Schaffung des von ihm rahmengesetzlich geplanten nationalen Biotopverbundes ein öffentliches Interesse feststellt, in seinem Besitz befindliche Flächen, die für diesen Biotopverbund geeignet sind, dadurch zu sichern, dass er sie an Länder oder Naturschutzverbände kostenlos überträgt. Das Grüne Band bietet die einmalige Chance für die Erhaltung und Schaffung eines länderübergreifenden nationalen Biotopverbundsystems zur Umsetzung des novellierten BNatSchG.

Anschrift der Autoren:

Dr. Helmut Schlumprecht; Büro für ökologische Studien; Oberkonnersreuther Str. 6a; 95448 Bayreuth

Dr. Liana Geidezis; Projektbüro Grünes Band / Bund Naturschutz in Bayern; Bauernfeindstr. 23; 90471 Nürnberg

Dr. Kai Frobel; Bund Naturschutz in Bayern; Bauernfeindstr. 23; 90471 Nürnberg

 

2. Beitrag zur Fernsehreihe 'Abenteuer Leben' des Hessischen Rundfunkes

Anfang August wurde ein Beitrag zur Fernsehreihe 'Abenteuer Leben' durch ein Team des Hessischen Rundfunks aufgezeichnet. Dazu begaben sich die Kartierer des Bereiches Sachsen-Anhalt Dr. Helmut Schlumprecht, Dipl. (Ing.) Franka Ludwig und Tilo Bittorf noch einmal zusammen mit Frau Dr. Liana Geidezis und dem Fernsehteam in das Grüne Band. Hier wurden nun die Methoden der Kartierung anhand einiger Beispiele erläutert, auf Besonderheiten und Beeinträchtigungen hingewiesen und erste Ergebnisse bekanntgegeben.

das Fernsehteam und Dr. Schlumprecht

 

Das Fernsehteam beim Interview mit Dr. Helmut Schlumprecht. Er erläuterte Grundsätzliches zum Grünen Band.

 

 

 

Aufnahme von erhöhter Position

 

 

 

 

Eine Landschaftsaufnahme von einem erhöhten Punkt aus ermöglichte einen optimalen Gesamteindruck. Stille war dabei - zumindest von uns - absolut erforderlich, um Vogel- und Heuschreckengesang im Hintergrund mit erfassen zu können (rechts ein Kartiererteam: Tilo Bittorf und Franka Ludwig).

 

 

Großaufnahmen

 

 

 

Großaufnahmen von Tieren und Pflanzen werden erstellt.

 

 

Filmarbeit mit Jeep

 

 

 

 

Anweisungen des Fernsehteams, damit der Jeep, mit dem allein über 300 km ehemaliger Grenze kartiert wurden, optimal in Szene gesetzt werden konnte.