Tag der Artenvielfalt 2003

Geo-Tag der Artenvielfalt

Der 5. GEO-Tag der Artenvielfalt wurde am 14.6.2003 im Grünen Band, der ehemaligen innerdeutschen Grenze, in den Gebieten Dassower See (Mecklenburg-Vorpommern), Landgraben-Dumme-Niederung (Sachsen-Anhalt), Großes Bruch (Sachsen-Anhalt), Unteres Eichsfeld (Thüringen) und Schlechtsarter Schweiz (Thüringen) durchgeführt. Wir haben hierfür die wissenschaftlichen Vorbereitungen (Auswertung vorhandener Literatur, Listen bislang bekannter Arten, Karten der Biotoptypen im Grünen Band) im Auftrag des Bund Naturschutz in Bayern und des BUND- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland durchgeführt.

Artenvielfalt: Orchideen

Beispielsweise konnten in der Schlechtsarter Schweiz insgesamt 1400 Tier- und Pflanzenarten, davon 400 Arten Blütenpflanzen, 270 Schmetterlingsarten sowie 52 Vogelarten beobachtet werden. C. Strätz vom Büro für ökologische Studien, einer der 113 anwesenden Teilnehmer, konnte in diesem Gebiet 73 Schnecken- und Muschelarten, darunter eine Vielzahl von gefährdeten Arten nachweisen.

Auch im "Großen Bruch", in dem das Grüne Band die Reste einer ehemaligen Niedermoorlandschaft darstellt, konnte von H. Schlumprecht vom Büro für ökologische Studien - inmitten intensivst genutzter und ausgeräumter Agrarlandschaft - eine Reihe von gefährdeten Libellen- und Vogelarten beobachtet werden. In den Gräben im Großen Bruch lebt die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Sie gilt in den Roten Listen von Sachsen-Anhalt und Deutschland gleichermaßen als "vom Aussterben bedroht" und ist auch im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführt. Weitere gefährdete Libellenarten der Roten Liste Deutschlands wie Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum),
Schilfjäger (Brachytron pratense) und Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum) konnten bei Paarung und Eiablage beobachtet werden.

Die Erhebung der Artenvielfalt im ehemaligen Grenzstreifen ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung dieses "längsten Biotopverbundsystems Europas" und ein bedeutender Schritt, das Grüne Band als gesamtdeutsches Kultur- und Naturerbe zu erhalten. Die umfangreichen Ergebnisse des 5. GEO-Tags der Artenvielfalt werden nach Abschluss der Auswertung in der Zeitschrift "GEO" veröffentlicht.