artenschutzrechtliche Prüfung/Fachbeitrag

Aufgrund des internationalen Naturschutzrechts (FFH-Richtlinie, Vogelschutz-Richtlinie) und einschlägiger Gerichtsurteile des europäischen Gerichtshofs sind seit kurzem bei allen Infrastrukturvorhaben (z. B. Neu- und Ausbauten von Straßen, Bebauungspläne, landschaftspflegerischer Begleitpläne, Abbau-Planungen) spezielle artenschutzrechtliche Prüfungen (saP) erforderlich, um die Erfordernisse des Artenschutzrechts zu behandeln.
Die Aufgabenstellung, die rechtlichen Grundlagen, das empfohlene methodische Vorgehen und die Begriffsbestimmungen für eine saP richten sich dabei nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes (in Bayern z. B. nach dem vom Bayer. Innenministerium ausgearbeiteten Ablaufschema). Der Prüfungsablauf sowie die vorgeschaltete Festlegung des zu prüfenden Artenspektrums werden von uns nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes durchgeführt.

Im Rahmen der saP werden grundsätzlich alle vorkommenden Arten der folgenden drei Gruppen berücksichtigt:

  • die Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie,
  • die europäischen Vogelarten,
  • die darüber hinaus nur nach nationalem Recht "streng geschützten Arten".

 

Der saP brauchen jedoch die Arten nicht unterzogen werden, für die eine Betroffenheit durch das jeweilige Projekt mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Hierzu führen wir ein Auswahlverfahren durch, das auf umfangreicher Kenntnis von Verbreitungsdaten, der Auswertung von Verbreitungskarten und sonstiger Literatur beruht.

Habitat der Zauneidechse

Die Beurteilung, ob im Planungsbereich für die streng geschützten Arten ein Lebensraum bzw. die erforderlichen Lebensraumstrukturen vorhanden ist oder nicht, erfolgt durch uns aufgrund von Ortseinsicht und Begehungen, unserer langjährigen und profunden Erfahrung mit allen saP-relevanten Artengruppen und der Fachliteratur zu den ökologischen Ansprüchen dieser Arten . In einem zweiten Schritt ermitteln wir durch Bestandsaufnahmen bzw. durch Potenzialanalyse die Bestandssituation der möglicherweise betroffenen Arten im Untersuchungsraum. Nach den Kriterien „Nachweis“ und „Potenzielles Vorkommen“ werden von uns die Arten identifiziert, die vom Vorhaben tatsächlich betroffen sind oder sein können.

Nach diesen beiden Prüfschritten verbleiben die durch das Vorhaben betroffenen Arten, die wir der weiteren saP zugrunde legen. Aufgrund umfangreicher Erfahrungen mit der saP (siehe folgende Beispiele) in einer Vielzahl von Projekttypen und der langjährigen Kenntnis der relevanten Arten und Artengruppen können wir eine effiziente und profunde Bearbeitung aller Arbeitsschritte einer saP gewährleisten:

  • Relevanzprüfung: Ermittlung des prüfungsrelevanten Artenspektrums,
  • Bestandsaufnahme: Erhebung der Bestandssituation der relevanten Arten im Bezugsraum. Prüfung der Betroffenheit: Eingrenzung der vom Vorhaben betroffenen Arten auf Basis der Bestandsaufnahme,
  • Prüfung der Beeinträchtigung: Prüfung der Verbotstatbestände des § 42 Abs. 1 BNatSchG,
  • Prüfung der naturschutzfachlichen Voraussetzungen der Ausnahmeregelung,
  • Diese Prüfung beinhaltet die Prüfung der Verbotstatbestände der Art. 12, Abs. 1 und 13, Abs. 1 FFH-Richtlinie bzw. die Prüfung der Verbotstatbestände des Art. 5 Vogelschutz-Richtlinie.

 

Insbesondere können wir durch unsere langjährigen botanischen und zoologischen Erfahrungen bei allen saP-relevanten Artengruppen gezielte Erhebungen und qualifizierte Habitat-Potenzialanalysen durchführen, die die Grundlage der saP darstellen.