Gewässerstrukturgütekartierung Spree

Die Spree unterhalb der Talsperre Bautzen ist im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) und dem Management von Flusseinzugsgebieten im Rahmen von Bewirtschaftungsplänen (Flussgebietsplanung) von besonderem Interesse.Spree

Im Auftrag des StUFA Bautzen, Abt. Wasser untersuchten wir die Gewässerstrukturgüte nach der LAWA-Kartieranleitung (LAWA 2000). Das Ergebnis der Vor-Ort-Kartierung war eine Erhebung und Bewertung der Gewässerstrukturgüte von 55,5 km Gewässerstrecke. Bearbeitet wurde das Leitbild- und Index-Verfahren, wobei die Gewässerstrukturgüte-Karten (im Maßstab TK25 und TK10) vereinbarungsgemäß auf dem Index-Verfahren beruhen. Das Leitbild wurde aus gewässermorphologischer und naturräumlicher Literatur sowie dem Biosphärenreservats-Plan entwickelt und mit dem Auftraggeber abgestimmt. Die Gelände-Erhebungen führten wir im Oktober 2003 durch.

Das Leitbild-Verfahren liefert bei allen Haupt- und aggregierten Parametern sowie bei der Gesamtbeurteilung ein positiveres Abbild der Gewässerstruktur als das Index-Verfahren. Deutliche Unterschiede gibt es bei Laufentwicklung, Längsprofil und Uferstruktur, hohe Übereinstimmung dagegen bei der Beurteilung des Umfelds. Entsprechend fallen auch die aggregierten Parameter aus. In der abschließenden Gesamtbeurteilung liegt der mittlere Wert (Median) aller 555 erhobenen Abschnitte beim Leitbild-Verfahren bei 4, beim Index-Verfahren bei 5. Der häufigste Wert beim Leitbild-Verfahren ist die Wertstufe 3 (142 Abschnitte), beim Index-Verfahren die Wertstufe 5 (168 Abschnitte).

GSK-Karte der Spree

Als Grundlage für die Erhebung haben wir den Lawa-Erhebungsbogen, welcher von uns entsprechend bearbeitet und abgeändert wurde, verwendet. Es wurden neue Felder und Spalten eingeführt. Auf diese Art und Weise konnte sowohl die Leitbild-gestützte als auch die Index-gestützte Bewertung eindeutig und nachvollziehbar auf den Formblättern durchgeführt werden.

Eine Darstellung der Kartierungsergebnisse war nun möglich. Außerdem haben wir den LAWA-Bogen durch Fließtextfelder für eine Dokumentation von Bildern erweitert. Somit konnten die Erhebungen von uns in digitale Formblätter (Scan-Software OmniForm) eingegeben und diese Daten in Excel exportiert werden, um somit die Bewertungsergebnisse in das ArcView-Projekt einzubinden. Die Darstellung der Ergebnisse der Gewässerstrukturgütekartierung im GIS erfolgte nach den Mustern der LAWA (2000) und LfUG (2001).