Froschbachtal im ABSP-Projekt

Gutachten Froschbachtal

Im ABSP Projekt "Biotopverbund durch Kirchengrund" wird versucht, ein buntes Mosaik aus Wiesen und Feldern der Hochflächen und Täler des Frankenwaldes, v. a. im Dekanat Naila, zu Erhaltungen. Die Lebensräume bedrohter Pflanzen- und Tierarten sollen durch den Aufbau eines Biotopverbundsystems im Lkr. Hof, insbesondere auf Flächen der Kirche und des Bund Naturschutzes, verbessert werden. Das Rückgrat dazu bilden über 800 Grundstücke mit einer Gesamtflächen von ca. 1000 ha, die im Eigentum von Kirche, Staat, Kommunen und Verbänden sind. Neben Wiesenbrütergebieten der Bad Stebener Rodungsinsel sind v. a. naturnahe Bachauen als "Lebensadern des Frankenwaldes" von naturschutzfachlicher Bedeutung. Zunehmende Fichtenaufforstungen in den Tälern bedrohen bachbegleitende blütenreiche Hochstaudenfluren, Feuchtwiesen oder Zwischenmoore.

Naturnaher Bachlauf mit Hochstauden und Gehölzen

Ziel des Projektes ist es, den Artenreichtum und die abwechslungsreichen Landschaften zu Erhaltungen, v. a. die extensive Grünlandnutzung in den Rodungsinseln zu fördern sowie eine Strukturanreicherung von ausgeräumten Landschaften die Rücknahme von Fichtenaufforstungen zu erreichen. Mit der naturschutzfachlichen Dokumentation des Ist-Zustandes in den offenen Bachtälern und ihren Hochstaudenfluren, Feuchtwiesen oder Zwischenmooren beschäftigt sich unser Gutachten "Froschbachtal".

Es wurden von uns Referenzflächen und Maßnahmenflächen vor und nach den Maßnahmen untersucht. Nach einem bestimmten Zeitplan werden Erfolgskontrollen durchgeführt. Die untersuchten Referenzflächen für Tagfalter, Libellen und Weichtiere sind westlich Naila im Froschbachtal, Lkr. Hof, gelegen. Im Jahr 2003 führten wir eine halbquantitative Erhebung der Tagfalterarten (in Anlehnung an VUBD 1999) auf drei Referenzflächen durch. Zur Ermittlung der adulten Tagfalter waren vier Erhebungstermine notwendig. Insbesondere wurde nach typischen Arten montanen Grünlands wie Dukatenfalter o. ä. Arten gesucht. Libellen wurden bei der Tagfaltererhebung bei fast allen Terminen als erwachsene Tiere beobachtet. Aufgrund der z. T. hohen Dichte, erübrigte sich eine gezielte Suche nach Larven im Sediment der Bäche. Für die Schnecken und Muscheln wurden zunächst alle bisher aus dem Nordwestlichen Frankenwald (Thüringer Schiefergebirge) bekannt gewordenen Artnachweise zusammengestellt und ausgewertet, um das zu erwartende Artenspektrum prognostizieren zu können (Potenzialanalyse). In einem nächsten Schritt wurden Literaturangaben von Molluskenfunden aus dem unmittelbaren Umfeld des Froschbachtales ermittelt und zwei im Frühjahr vom Hochwasser abgesetzte Geniste mit vielen Leerschalenfunden gesammelt und analysiert. Im Tal des Froschbaches selbst wurden einige bereits gut entwickelte Referenzstrecken mit naturnaher Vegetation, der Bach selbst und einige Stillgewässer untersucht. Zum Einsatz kamen Handaufsammlungen und Gesiebeproben (vgl. COLLING 1992, VUBD 1999).

Das Ergebnis dieses Gutachtens zeigt nicht nur das Vorkommen von häufigen und ungefährdeten Arten, sondern auch von gefährdeten Arten der bayerischen Roten Liste, was im Rahmen des ABSP Projekt "Biotopverbund durch Kirchengrund" zu berücksichtigen sein wird.