Hochwasser 2002 in Sachsen

Untersuchung der Naturschutzpotenziale der durch das August-Hochwasser 2002 entstandenen Gewässerstrukturen im Regierungsbezirk Leipzig

Als Folge des Jahrhundert-Hochwassers vom August 2002 entstanden längs der Mulde und ihren Zuflüssen zahlreiche Veränderungen an Gewässerbett und Aue. Dazu zählen Verlagerungen des Gewässerbettes, neue Steilufer und Kolke, verlagerte oder neue Kiesbänke, vegetationsfreie Erosionsbereiche sowie Schotterablagerungen und Sedimentationsflächen in den Überschwemmungsgebieten. Etwa 70 größere oder besonders wertvolle Gewässerbereiche wurden vom StUFA Leipzig ermittelt und im Herbst 2003 in einer Übersichtsdokumentation erfasst (BfÖS 2003). Gleichzeitig wurden für diese Flächen Empfehlungen zu Bewirtschaftung und Pflege abgegeben.

neue Auestrukturen nach dem Hochwasser

Im Sommer 2004 nehmen wir nun durch exemplarische Untersuchungen von Indikatorgruppen an ausgewählten Gewässerstrecken eine differenzierte Bewertung der entstandenen Strukturen vor, arbeiten Entwicklungstendenzen heraus und geben Prognosen zur weiteren Entwicklung ab. Hierzu wurden repräsentative Gewässerbereiche ausgewählt, in denen das gesamte Spektrum an wertgebenden Strukturen vertreten ist.

Wir bearbeiten folgende Fragen:

  • Welche Arten und Biotope, evtl. auch Pflanzengesellschaften profitieren von den neu entstandenen Strukturen?
  • Welche Wertigkeit kommt bestimmten Strukturen zu?
  • Welche Strukturen und die damit verbunden Arten und Biotope lassen bereits jetzt Änderungs- und Entwicklungstendenzen erkennen?
  • Welcher Unterhaltungs- bzw. Pflegeaufwand ist erforderlich, um eventuell bestimmte naturschutzfachlich wertvolle Strukturen zu erhalten? und
  • Welche Bereiche sollen der Sukzession überlassen bleiben?

 

Untersucht werden zwei Abschnitte an der Zschopau, zwei an der Freiberger Mulde und zwei an der Vereinigten Mulde. Wir führen Vegetationsaufnahmen und Erhebungen zur Vegetation und zu Heuschrecken, Libellen, Weichtieren und Vögeln sowie Laufkäfer durch: Die im Sommer 2004 nachgewiesenen Arten, darunter auch vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Arten der Roten Liste Sachsens oder Deutschlands, zeigen die sehr hohe naturschutzfachliche Bedeutung dieser Gewässer- und Auestrukturen, die es zu erhalten gilt.