Erfolgskontrolle Ersatzmaßnahmen

Erfolgskontrolle von Ersatzmaßnahmen zur 380 kV - Leitung Hausen - Würgau und Redwitz - Remptendorf durch Erfassung ausgewählter Faunagruppen

Heuschrecke Die Aufgabe war die Erfolgskontrolle der Ersatzmaßnahmen für den Ausbau einer Stromleitungstrasse anhand ausgewählter Fauna-Gruppen (Vögel, Mollusken, Tagfalter, Heuschrecken, Fische und Amphibien) in fünf Untersuchungsgebieten im Jahr 2000.

Dabei handelt es sich um Folgeuntersuchungen auf Dauerbeobachtungsflächen, die erstmals im Jahre 1994 aufgenommen wurden. Wir stellen hier nur ausgewählte Gebiete und Artengruppen vor. Bei der Untersuchung der Weichtiere kamen v. a. schonende Erfassungsmethoden (Handaufsammlungen, Keschern) zum Einsatz. Siebanalysen wurden nur in Spülsäumen der Uferlinie angewandt und betrafen v. a. Leerschalen und -gehäuse abgestorbener Weichtiere. Bei der erstmaligen Erfassung der Großmuscheln wurden auch die offenen Wasserflächen bearbeitet. Die Beprobung der Teichsedimente erfolgte mit einer Handdredge.

Die Ergebnisse zeigen je nach Artengruppe unterschiedliche Erfolge der Ersatzmaßnahmen:

Leinleitertal:

Eine durchgreifende Veränderung der Landschneckenzönose ist nicht erfolgt, jedoch ist mit einem Rückgang an mesophilen und hygrophilen Waldarten und dem Eindringen von Offenland- und Steppenarten sowie xerothermophilen Arten aus angrenzenden Flächen zu rechnen. Es gelang auch der erstmalige Lebendnachweis der Großen Laubschnecke (Euomphalia strigella). Bei den Heuschreckenuntersuchungen wurden vier neue Arten festgestellt.

Mainzwickel bei Hochstadt:

Bei den Erhebungen zum Vorkommen wiesenbrütender Vogelarten wurden erstmals balzende Bekassinen gesichtet. Zusätzlich konnten wir Graureiher und Eisvogel häufig nachweisen. Der Artenbestand der Weichtiere wies nur geringe Veränderungen auf. Eine dauerhafte Ansiedlung einiger neu aufgetretener Arten der Roten Liste Bayerns könnte durch entsprechende Pflegemaßnahmen gesichert werden. Auch bei den Wassermollusken wurden Neuansiedlungen festgestellt (Weißes Posthörnchen: Gyraulus albus). Die Erfassung der Tagfalter ergab, dass die Zahl der Arten allgemein und die Zahl der RL-Arten sich erhöht haben: die Ersatzmaßnahmen haben eine positive Entwicklung im Sinne des Tagfalterschutzes bewirkt. Bei der Heuschreckenerfassung wurden Flächen mit auffälligen Veränderungen im Artenbestand festgestellt: die Artenzahl hat sich erhöht, erstmalig wurden auch feuchtgebietstypische Arten nachgewiesen. Wir empfehlen, die neu geschaffenen Flutmulden durch entsprechende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen langfristig offenzuhalten.

Haiger Moor:

Bei der Untersuchung der DA-Fläche konnten wir eine individuenreiche Besiedlung beobachten. Große Veränderungen der Artenzahlen waren nicht festzustellen, wenn jedoch das im Untersuchungsgebiet bekannte Spektrum feuchtgebietstypischer Arten als Bezugsbasis herangezogen wird, weisen die DA-Flächen im derzeitigen Zustand deutliche Defizite auf. Eine Verbesserung des Bodenwasserhaushaltes und eine bessere Vernetzung der DA-Flächen mit den umgebenden Feuchtflächen sollte vorgenommen werden, um die Etablierung feuchtgebietstypischer Molluskenzönosen zu ermöglichen.