Erfolgskontrolle Mäander

Ökologische Erfolgskontrolle Mäander Aschach; Lkr. Bad-Kissingen

Im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts Schweinfurt überprüfen wir den Erfolg einer großen wasserwirtschaftlichen Renaturierungsmaßnahme.

Das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt plant, einen im Jahr 1880 durchstochenen Mäander der Fränkischen Saale wiederherzustellen. Dies ist die bisher größte Renaturierungsmaßnahme an der Fränkischen Saale. Der pilothafte Charakter und der Umfang dieser Maßnahme machen eine umfassende Erfolgskontrolle der gesteckten wasserwirtschaftlichen Ziele notwendig.

Da eine Erfolgskontrolle voraussetzt, dass vor und nach dem Bau detaillierte Bestandsaufnahmen durchgeführt werden, haben wir mit den Untersuchungen im Frühjahr 2002 bereits begonnen. Nach Abschluss der Baumaßnahme im Sommer 2002 sollen weitere Untersuchungen im Herbst und im Frühjahr 2003 erfolgen sowie später in mehrjährigen Abständen, um die Entwicklung des Mäanders und den Erfolg der Maßnahme dokumentieren zu können.

Wir führen daher umfangreiche ökologische Untersuchungen durch. So untersuchen wir ausgewählte Arten-
gruppen des Makrozoobenthos an drei Probestellen:
Praktikantin Kathrin bei der Probenahme

  1. oberhalb des Mäanders,
  2. im Mäander-Durchstich und
  3. unterhalb der künftigen Einmündung des Mäanders.

 

Weiter erheben wir:

  • die Pflanzenwelt,
  • die Vegetationstypen sowie
  • die Gewässerstruktur.

 

Am wieder hergestellten Mäander werden drei Dauerbeobachtungsflächen für vegetationskundliche Aufnahmen eingerichtet und eingemessen, die von uns im Herbst 2002 und Frühjahr 2003 bearbeitet werden. Sämtliche flächenhaften Angaben (Dauerbeobachtungsflächen, Probestellen, Vegetationstypen) stellen wir mit unserem GIS dar (Digitalisierung, Verschneidung etc.), so dass Flächenbilanzen möglich werden.

Die bisher durchgeführten Genistuntersuchungen (Weichtiere) belegen eine außergewöhlich reich entwickelte Weichtierfauna im Einzugsgebiet der Fränkischen Saale und weisen auf artenschutzfachlich besonders bedeutsame Vorkommen typischer Feuchtgebiets- und Auenarten hin, die z.T. lebend verdriftet und im Gebiet "Mäander Aschach" abgelagert werden. Bei entsprechender Gestaltung der geplanten Auebiotope ist eine Ansiedlung der erfassten Arten mittelfristig möglich, d.h. das Entwicklungspotenzial des geplanten Mäander Aschach ist sehr hoch.

Aus unseren Untersuchungen leiten wir Aussagen zur Auswirkung der Maßnahme und seiner Effizienz ab, geben Prognosen für die zukünftige Entwicklung und begründen Handlungsempfehlungen für weitere Ausbaumaßnahmen.