FFH-Managementpläne

FFH-Managementplan Feuchtgebiete im Limmersdorfer Forst

Das FFH-Gebiet "Feuchtgebiete des Limmersdorfer Forstes", für das von uns ein Managementplan zu erstellen war, umfasst eine Fläche von 135 ha. 95 % des Gebietes fallen in den Landkreis Kulmbach, die restlichen 5 % in den Landkreis Bayreuth. Naturschutzfachlich von Bedeutung sind der naturnahe Oberlauf von Reuth- und Rottelbach im geschlossenen Kiefernwaldgebiet des Limmersdorfer Forstes mit seinen strukturreichen großflächigen Feuchtlebensraumkomplexen sowie die naturnahen Feuchtwälder und extensiv genutzte Teiche und Tümpel.

extensive Wiese im Limmersdorfer Forst

Vorherrschende FFH-Lebensraumtypen sind im Offenland magere Flachlandmähwiesen (FFH-LRT 6510) und feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe (FFH-LRT 6430). Vorhandene Tierarten der FFH-Richtlinie sind Kammmolch und Bachneunauge, die von uns im Sommer 2003 nachgewiesen wurden. Sie leben in Lebensraumtypen, die streng genommen nicht unter die FFH-Richtlinie fallen (Kleingewässer, kleine Bäche - ohne die Vegetation des FH-LRT 3260). Ohne die extensive Nutzung der Wiesen (geringer Nährstoffeintrag) und die fast durchgehenden Bestände des Weichholz-Auwaldes, FFH-LRT 91E0*, (Beschattung Bach, naturnaher Verlauf und bachbegleitenden Vegetation) entlang von Reuth- und Rottelbach wären aber auch ihre Vorkommen nicht vorstellbar.

Nach Artikel 6 (1) der FFH-RL sind die nötigen Erhaltungsmaßnahmen festzulegen, die notwendig sind, um einen günstigen Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten zu gewährleisten oder wiederherzustellen, die maßgeblich für die Aufnahme des Gebietes in das Netz "NATURA 2000" waren. Diese Maßnahmen werden in Bayern im Rahmen eines sog. "Managementplans" (kurz: "MP") nach Nr. 6 der Gemeinsamen Bekanntmachung zum Schutz des Europäischen Netzes "NATURA 2000" vom 04.08.2000 (AllMBl Nr. 16/2000 S. 544-559) ermittelt und festgelegt.

Aufgabe des Managementplanes (MP) ist es daher nach einer Erhebung und Bewertung der FFH-Lebensraumtypen Ziele aufzustellen, Zielkonflikte zu ermitteln und notwendige und wünschenswerte Erhaltungsmaßnahmen vorzuschlagen.

Weiter sind Vorschläge zur Umsetzung, zum Monitoring und zum Schutzkonzept zu erarbeiten. Der Managementplan richtet sich nach der Kartieranleitung, sonstigen Vorgaben und der Mustergliederung des LfU, Stand 9. Juli 2003 (LfU 2003, LfU & LWF 2003).

Die Gelände-Erhebungen wurden von uns im Hochsommer 2003 durchgeführt. Ein Geländetermin zur Information der beteiligten Behörden veranstalteten wir im Hochsommer 2003, wobei v. a. die Forstdirektion Mittelfranken-Oberfranken, lokale Forstämter und Forstbehörden sowie Vertreter der Höheren und Unteren Naturschutzbehörden anwesend waren. Ein Geländetermin zur Information der beteiligten Öffentlichkeit fand am 8.11.2003 statt.

 


FFH- Managementplan Muschelkalkhänge nordöstlich Bayreuth

Aufgabe des Managementplans (MP) war es, FFH-Lebensraumtypen zu erheben, zu bewerten und anschließend Ziele aufzustellen, Zielkonflikte zu ermitteln und notwendige und wünschenswerte Erhaltungsmaßnahmen vorzuschlagen sowie Vorschläge zur Umsetzung, zum Monitoring und zum Schutzkonzept zu erarbeiten. Die Gelände-Erhebungen erfolgten im September 2003.

Ausblick von den Muschelkalkhängen

Die dem Naturraum "Obermainisches Hügelland" angehörenden Muschelkalkhänge nordöstlich von Bayreuth sind geprägt durch teilweise verbuschte und mit Hecken durchsetzte Magerrasen und Salbei-Glatthaferwiesen. In den Waldbeständen des FFH-Gebiets kommt v. a. der FFH-Lebensraumtyp "Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald" (FFH-Code 9170) vor, daneben gibt es kleine Bestände des "Schlucht- u. Hang-Mischwalds" (FFH-Code 9180). Die Baumartenzusammensetzung der Schlucht- und Hang-Mischwälder entspricht einem naturnahen Zustand, die der Labkraut-Eichen-Hainbuchen-Wälder nicht. In beiden FFH-Lebensraumtypen ist die Esche die dominierende Baumart. Sowohl der Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (FFH-Typ 9170) als auch die Schlucht- und Hang-Mischwälder (FFH-Typ 9180) erreichen hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes eine Gesamtbewertung von B (gut).

Notwendige Erhaltungsmaßnahmen sind daher eine Fortführung der Trockengebüsche und Trocken/Halbtrockenrasen bisherigen Bewirtschaftung, wobei der Anteil an Biotopbäumen und Totholz zu Erhaltungen und zu erhöhen ist. Ein großer Teil der sonstigen Waldflächen besteht aus Grauerlen-Aufforstungen und ist ggf. auch aus dem FFH-Typ 9170 durch Aufforstungen hervorgegangen. In diesen Beständen sollten durch gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen die lebensraumfremden Baumarten entnommen werden und langfristig die Wiederherstellung von Wald-FFH-Lebensraumtypen, v. a. des FFH-Typs 9170, angestrebt und umgesetzt werden.

Die Fauna der beiden FFH-LRT ist als verarmt einzustufen (Gesamtbewertung
B minus). Die meisten gefundenen Weichtierarten der Waldbestände repräsentieren anspruchslose Vertreter der Waldfauna, Vertreter einer früheren Offenlandnutzung und v. a. Landschnecken, jedoch keine anspruchsvollen Arten der Schlucht- und Hangschuttwälder. Außer der Kleinen Glattschnecke konnten auch keine Leitarten der Felsfauna nachgewiesen werden. Durch die weitgehend ungestörte Sukzession der Pionierwaldstandorte ergeben sich hier aber gute Entwicklungsmöglichkeiten. Stärkeren Beeinträchtigungen und Gefährdungen durch Verlust von Kalkmagerrasen und Extensivwiesen ist die äußerst wertvolle Offenlandfauna des FFH-Gebietes ausgesetzt.

Wichtigste Erhaltungsziele für dieses Gebiet sind daher: Extensive Wiesennutzung

  • die Sicherung des Gebietes als einen der größten Kalkmagerrasenkomplexe im Naturraum durch den Erhaltung der großflächigen und störungsarmen mageren Offenlandbiotope in ihrer weitgehend gehölzfreien Ausprägung
  • die Erhaltung der Kalk-Trockenrasen und der sekundären Halbtrockenrasen in der vorhandenen Größe und Qualität
  • die Erhaltung extensiv genutzter magerer Flachland-Mähwiesen sowie die Erhaltung der sekundären Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder und der Eschen-Bergahorn-Schlucht- und Blockwälder in ihrer Ausprägung, Qualität und räumlichen Ausdehnung.