Pflege- und Entwicklungsplanung

... am Beispiel der Teilfortschreibung Pflege- und Entwicklungsplan Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald

Naturparke verstehen sich als "großräumige Vorbildlandschaften", die im Bereich Schutz und Pflege der Kulturlandschaft, Entwicklung und Förderung von naturverträglichen Formen von Freizeit und Erholung und Förderung des Arten- und Biotopschutzes vorbildlich sein wollen.

Der Naturpark "Nördlicher Oberpfälzer Wald" in Nordost-Bayern umfasst westlich und östlich der Naab große Teile des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, und den südlichsten Teil des Landkreises Tirschenreuths. Die Ziele unseres Pflege- und Entwicklungsplans waren daher die nachhaltige umweltgerechte Entwicklung wertvoller Landschaften, von seltenen oder gefährdeten Arten und Lebensräumen sowie die Förderung eines umwelt- und sozialverträglichen Tourismus.

Wir bearbeiteten folgende Leistungsinhalte:Höhlenbäume für Fledermäuse

  • Erfassung aller vorliegenden Konzepte und Planungen (bestehende Einrichtungspläne, Umsetzungsprojekte, Artenschutzkonzepte etc.),
  • Auswertung der Landkreisbände des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogrammes,
  • Bestandsaufnahme von Einrichtungen für Freizeit und Erholung,
  • Ermittlung der Ziele und Planungen der Gemeinden, und von Behörden im Bereich Natur- und Umweltschutz sowie Land- und Forstwirtschaft,
  • Ermittlung der Bereitschaft lokaler Akteure zu Projekten des Naturschutzes und der Landschaftspflege,
  • Bewertung der vorliegenden Konzepte und Planungen sowie der Schutzbedürftigkeit von Arten und Lebensräumen,
  • Entwicklung eines Konzepts zum Schutz und zur Förderung der historischen Kulturlandschaft, von extensiven und umweltverträglichen Nutzungen der Lebensräume, und zum Schutz und Förderung gefährdeter Arten und Biotope.

 

Die Konzeption wurde mit den beteiligten Gemeinden abgestimmt, so dass eine umsetzungsfähige Planung entstand. Große Teile des Naturparks sind im bayerischen ABSP als von landesweiter oder überregionaler Bedeutung ausgewiesen. Schwerpunkte unserer Planung waren daher der Schutz der Auen und die Renaturierung von Fließgewässern, die Wiederherstellung ihrer Durchgängigkeit sowie die nachhaltige Nutzung oder Pflege der oberpfälzischen Kulturlandschaft, v.a. in Feucht- und Magerstandorten.

 


 

... am Beispiel der Biotoptypenkartierung und des Pflege- und Entwicklungskonzeptes für die Grenzstreifen-Anteile von Naturschutzgebieten

Der ehemalige Grenzstreifen Thüringens, an der Grenze zu Bayern und Hessen, besteht zu etwa 33% (245 km) aus Naturschutzgebieten (NSG) oder geplanten NSG. Durch fortschreitende Sukzession, fehlende Pflege oder nicht naturschutzverträgliche Nutzungen sind die naturschutzfachlichen Ziele zunehmend beeinträchtigt.

Dies machte ein Pflege- und Entwicklungskonzept (PEK) nötig, bei dem wir 1997 folgende Aufgaben bearbeitet haben:Grünes Band - Grenzstreifen in Thüringen

  • Auswertung aller verfügbaren Unterlagen (Schutzwürdigkeitsgutachten, Pflegepläne, Artenerfassungsprogramm),
  • Biotopkartierung, des Grenzstreifens mit Differenzierung der Ausprägung von Ruderalfluren, die nach der Minenräumung entstanden,
  • Ermittlung und Zuordnung von Artvorkommen aus Literatur und unseren Erhebungen,
  • Bewertung, Leitbildentwicklung und Maßnahmenempfehlung, je nach Biotoptyp.

 

Alle erhobenen Daten haben wir in einer eigens entwickelten Datenbank zusammengeführt und Gelände- und Literaturerhebung gemeinsam bewertet. Die Bewertung ergab, daß allein 22 von 54 untersuchten NSG-Grenzstreifenanteilen landesweit bedeutend sind. Weitere zehn sind von regionaler Bedeutung.Für alle NSG haben wir eine standardisierte Beschreibungen erarbeitet, die die vorkommenden Arten und Biotoptypen, die Bewertung sowie die daraus abgeleiteten Ziele und Maßnahmen darstellen. Die von uns vorgeschlagenen wichtigsten und flächengrößten Maßnahmen sind extensive Mahd, extensive Beweidung und die Umwandlung von intensiven Nutzungen (Acker, Ansaatgrünland) in extensiv genutztes artenreiches Grünland. Die Pflegevorschläge sowie Maßnahmen zur Abwehr akuter Beeinträchtigungen wurden für alle Grenzstreifenanteile von Naturschutzgebieten flächenscharf dargestellt. Die Naturschutzbehörden haben durch die detaillierte Biotopkartierung eine exakte Beschreibung des Ist-Zustandes, von der aus die Pflegemaßnahmen bzw. die pflegliche Nutzung initiiert werden können.