Landschaftspflegerischer Begleitplan

Landschaftspflegerischer Begleitplan für den Neubau einer 20-kv-Leitung
durch das Naturschutzgebiet (NSG) Dubringer Moor

Das NSG Dubringer Moor (Sachsen) ist Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten und ein landesweit bedeutendes Gebiet. In diesem landschaftspflegerischen Begleitplan für den Neubau einer Freileitung wurden verschiedene Varianten der Trassenführung durch die Aue der Schwarzen Elster miteinander verglichen. Die Trasse mit ca. 750m Länge überquert neben der Schwarzen Elster einen Teich mit Ufergehölzen sowie mehrere Gräben.

Ziegenmelker

Das Gebiet ist Lebensraum für viele wiesenbrütende Vögel, daher wurde neben einer möglichen Freileitung auch die Erdverkabelung als Alternative geprüft. Für die einzelnen Alternativen wurde auf der Basis unseres Pflege- und Entwicklungsplans für das NSG Dubringer Moor eine Konfliktanalyse erstellt.

Aufgabe der Konfliktanalyse ist die differenzierte Beurteilung der bau- und betriebsbedingten Folgen, v. a. von Verlusten an wertvollen Biotopflächen (Flächenbilanz) und Auswirkungen auf die Fauna, insbesondere der Vogelwelt. Ebenso wurde der Eingriff bilanziert, der bei einer Erdverlegung entstehen würde. Diese Alternative ist jedoch wegen der Gefahr bleibender Schäden durch baubedingte Grundwasserabsenkungen und des Rodungsbedarfs bei potentiellen Erdkabeldefekten nicht sinnvoll. Für die Vögel stellt jede Freileitung nicht nur eine Gefahr durch Stromschlag, sondern auch durch das Anfliegen der Leitungen und die damit verbundenen Verletzungen dar.

Der LBP wurde in Bestands-, Konfikt- und Maßnahmenkarte mit allen Auflagen für den Bau der Trasse sowie den Ausgleichs-Maßnahmen dargestellt, die beim Bau umzusetzen sind.

Wir haben mit dem LBP wesentliche Verbesserungen für den Vogelschutz erreicht:

  • Bei dem Bau der Freileitung wurde neben einer Markierung der äußeren Leiterseile mit speziellen Leiterkabelspiralen auch vogelfreundliche Hängeisolatoren an den Masten vorgesehen und mit dem Energieversorger abgestimmt.
  • Durchgeführt wird auch der Rückbau der alten Leitungstrasse auf über 1400m Länge.
  • Durch die Ausgleichsmaßnahmen wird eine bestehende 20 kV-Leitung mit bislang vogelschlag-gefährdeten Stützisolatoren nachgerüstet und damit im Sinne des Vogelschutzes entschärft.