Umsetzungsprojekte

Zoologische Erfassung und Bewertung von Streuobstwiesen
im südlichen Landkreis Hildburghausen

Im Rahmen des ABSP-Landkreisbandes Hildburghausen (Thüringen) haben wir ein Umsetzungsprojekt "Streuobstwiesen des Heldburger Unterlandes" durchgeführt (1998/1999). Als Grundlage hierfür hatten wir 1997 in ausgewählten Streuobstbeständen die Tierartengruppen Vögel, Tagfalter, Heuschrecken und Laufkäfer erhoben.

Streuobstwiese

Neben der Erstellung kommentierter Artenlisten erfolgte eine Bewertung der Probeflächen und die Erarbeitung von Pflege-Hinweisen. In allen untersuchten Artengruppen konnten in den Streuobstwiesen gefährdete Arten der RL Thüringen nachgewiesen werden. Besonders erfreulich war der Nachweis einer bislang als verschollen geglaubten Tagfalter-Art (RL 0 Thüringen) und mehrerer stark gefährdeter Arten auf über der Hälfte der Untersuchungsflächen. Auch bei den Laufkäfern konnte mit Pterostichus melas eine vom Aussterben bedrohte Art mehrfach nachgewiesen werden.

Nach dem Bewertungsverfahren des ABSP-Thüringens konnten sechs landesweit bedeutende und drei regional bedeutende Untersuchungsflächen ermittelt werden. Die Streuobstwiesen des Heldburger Unterlandes sind damit naturschutzfachlich sehr wertvolle Lebensräume. Jedes Untersuchungsgebiet wurde in Teilflächen gegliedert, für die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen unter Angabe der Fördermöglichkeiten nach KuLaP und Vertragsnaturschutzprogramm formuliert wurden. Diese biotoptypenbezogenen Maßnahmen wurden 1998 und 1999 mit dem eigenständigen Umsetzungsprojekt "Streuobstwiesen Heldburger Unterland" umgesetzt, das von der Bevölkerung gut angenommen wurde.

Um die Möglichkeiten für einen großräumigen Biotopverbund zwischen den teilweise isoliert liegenden Streuobstwiesen aufzuzeigen, haben wir auf der Ebene der TK 25 Anregungen zur Biotopvernetzung der Streuobstbestände textlich und kartografisch dargestellt, insbesondere durch Neupflanzung von Obstbaumbeständen, durch die Umwandlung von trennenden Ackerflächen in Grünland oder die Einbeziehung von verbindenden Wegen, Rainen oder Waldrändern in Gestaltungs- und Pflanzmaßnahmen.


 

LEADER-Umsetzungsprojekt: Berg- und Magerwiesen im südlichen Fichtelgebirge

Das Projektgebiet liegt im Lkr. Tirschenreuth in der EUREGIO EGRENSIS im bayerisch-tschechischen Grenzraum. Im Mittelpunkt des zweijährigen Projekts (1999 - 2000) standen folgende regionstypische naturnahe und extensiv genutzte Lebensräume:

  • sub-montan geprägte Berg- und Magerwiesen
  • Moorlebensräume
  • landschaftsprägende Talbereiche mit Feuchtflächen und Stillgewässern

 

Außerdem sollen Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse (Anhang II der FFH-Richtlinie sowie Arten der Vogelschutzrichtlinie) durch die Maßnahmen dieses Projektes gefördert werden. Um die landschaftliche Vielfalt zu bewahren und eine naturverträgliche nachhaltige Entwicklung zu sichern, sollen umweltverträgliche Nutzungsformen gefördert sowie gezielte Sanierungsmaßnahmen (z. B. von Mooren oder Stillgewässern) durchgeführt werden.

Trollblumen

Die Einbindung ortsansässiger Landwirte in die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen hatte einen positiven regionalökonomischen Aspekt. Die in diesem Projekt praktizierte
Vergütung landschaftspflegerischer Leistungen eröffnete der Landwirtschaft in der Region ein weiteres finanzielles Standbein.

In enger Zusammenarbeit mit den beiteiligten Behörden (v. a. Naturschutz, Forst- und Wasserwirtschaft) erfolgte eine Abstimmung der Projektziele bzw. -realisierung. Zusätzlich wurden bei der konkreten Umsetzung vor Ort jeweils "lokale Akteure" einbezogen, v.a. die Landwirte und Grundeigentümer sowie als maßgeblicher Akteur die ARGE "Südliches Fichtelgebirge", ein Zusammenschluss von sechs Gemeinden. Die ARGE wurde im Jahr 1995 im Rahmen eines 5b-Projektes gegründet, mit dem Ziel, gemeinsam die Landschaft im südlichen Fichtelgebirge zu pflegen und zu entwickeln. Das Projektmanagement (Betreuung der Maßnahmen, Flächenaufkäufe, Öffentlichkeitsarbeit, etc.) erfolgte durch das Büro für Ökologische Studien.

Wir haben folgende Arbeitsschritte geplant, abgestimmt und durchgeführt:

  • Aufstellen des Gesamtetats,
  • Auswahl der Planungsflächen in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Tirschenreuth, dem Naturpark Fichtelgebirge und den örtlichen Bürgermeistern der ARGE sowie den beteiligten Landwirten bzw. Eigentümern,
  • Festlegung der Entwicklungsziele und Ortsbesichtigungen der zu entwickelnden Flächen,
  • Festlegung der durchzuführenden Maßnahmen,
  • Vergabe der Landschaftspflegemaßnahmen an Mitglieder des Maschinenrings Tirschenreuth (Landwirte, Landschaftspfleger),
  • Ausschreibung von Bauleistungen und Bauaufsicht bei Bauleistungen,
  • Durchführung der Maßnahmen, Kontrolle und Prüfung der eingehenden Rechnungen für erbrachte Landschaftspflege-Leistungen,
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Pressegespräche, Infotafeln).

 


 

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Umstellung der Verträge zum Erschwernisausgleich und Vertragsnatur-
schutzprogramm im Lkr. Neustadt an der Waldnaab

Aufgabe:
Umstellung der Verträge der Naturschutzbehörde mit den Landwirten zur naturschutzgerechten Bewirtschaftung (Erschwernisausgleich und Vertragsnaturschutzprogramm) auf die neuen Richtlinien und Fördertatbestände

Feuchtwiesen

Auftraggeber:
Landratsamt Neustadt an der Waldnaab, Untere Naturschutzbehörde

Vorgehensweise:
Als erster Schritt erfolgte eine Abstimmung mit dem Auftraggeber, v.a. zur Besprechung der Details der geänderten Förderrichtlinie (neue Ausführungsbestimmungen, v.a. zur Berücksichtigung pauschal geschützter Biotoptypen, Klärung von wesentlichen Veränderungen gegenüber früheren Richtlinien etc.). Anschließend wurden Problemfälle der Förderrichtlinien und die Besprechung typischer Situationen, wie sie aus der Erfahrung der Naturschutzhörde im Lkr. gehäuft auftreten, geklärt.

Bei allen Landwirten erfolgte zunächst eine Kontaktaufnahme (per Telefon, ggf. auch per Post), die Klärung des grundsätzlichen Interesses an einem Neuabschluss sowie ggf. Erweiterungen der Verträge auf neue Flächen. Nach Terminvereinbarungen mit den Bewirtschaftern waren Geländebegehungen der zu kontrollierenden Flächen erforderlich. Die Arbeiten wurden gemeindeweise durchgeführt, um Fahrtkosten und -zeiten zu minimieren, und andererseits Hinweise auf benachbarte Flächen, Eigentümer oder Bewirtschafter zu bekommen, bzw. durch Rückfragen auch ggf. fehlerhafte Angaben korrigieren zu können.

Für alle Vertragsflächen (ca. 1100 Flächen) wurde eine Erfolgs-Kontrolle und eine Einschätzung des Vegetationszustandes durchgeführt, die in Erhebungsbögen protokolliert wurde. Zudem prüften wir auf Feststellung von Vertragsverstößen (z. B. liegendes Mähgut, Altgrashaufen, Umbruch, offensichtliche Spuren von Düngemaßnahmen etc.). Nach Vorgabe der neuen Richtlinie wurden die Anteile der pauschal nach Art. 13d des Bayer. Naturschutzgesetzes geschützten Biotoptypen differenziert und in die von der UNB bereitgestellten Flurkarten eingezeichnet. Wir führten somit nach den Vorgaben der neuen Richtlinie eine Vermessung der 13d-Teilflächen der Grundstücke durch, wobei wir mit Messrad, GPS und Laserentfernungsmesser arbeiteten, je nach Möglichkeiten bzw. Eignung des Standorts, der Größe der Fläche und der Vegetation. Diese Teilflächen wurden anschließend in den Flurkarten eingezeichnet.

Zentraler Punkt war die Beratung der Vertragsnehmer, die Erläuterung der neuen Richtlinie und der neuen Vertragsbedingungen, die Klärung aller Einzelheiten und die Fertigstellung der Vertragsvorbereitungen. Bei Vollständigkeit aller Unterlagen (Flächennutzungsnachweise, Erhebungsbogen für erhöhten Arbeitsaufwand, Pachtverträge bzw. Einverständniserklärung, Grundbuchauszüge etc.) konnten wir die Verträge unterschriftsreif vorbereiten. Die von den Landwirten unterschriebenen und vollständig ausgefüllten Verträge wurden dann schrittweise nach Fertigstellung an die UNB geliefert.

Ergebnis:
Im Lkr. Neustadt an der Waldnaab werden mit den Programmen zum Erschwernisausgleich und Vertragsnaturschutzprogramm überwiegend wertvolle Feuchtflächen (z. B. Foto links mit Trollblumen) erhalten. Ihre Artenvielfalt, Schönheit und ihre seltenen und charakteristischen Arten bleiben damit Teil unserer Lebensqualität.

Rufen Sie uns an unter 0921 / 50 70 37- 30 oder schicken Sie uns ein E-Mail.