Entschneidungskonzept TH

Konzeption „Vordringliche Maßnahmen zur Beseitigung von Zerschneidungswirkungen von Verkehrswegen und Bauwerken im Biotopverbund (Entschneidung) in Thüringen"

Aufgabenstellung:

Aufgabe des Gutachtens im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Jena, war es, vordringliche Maßnahmen zur Beseitigung von Zerschneidungswirkungen von Verkehrswegen und Bauwerken im Biotopverbund in Thüringen zu ermitteln. Die Projektbearbeitung erfolgte von August bis November 2010, H. Schlumprecht vom Büro für ökologische Studien war projektleitend tätig.

Ergebnisse:

Zunächst wurde ein Literaturüberblick erstellt, mit der Darstellung der wichtigsten deutschsprachigen Literatur nach dem Pilotprojekt von Moder et al. (2004) für Thüringen. Anschließend erfolgte eine Diskussion und Ermittlung von Leitarten auf der Basis einer Bewertung der autökologischen Ansprüche. Als Leitarten wurden Kl. Hufeisennase, Großes Mausohr; Luchs, Wildkatze, Rothirsch; Fischotter und Biber; Aal, Barbe, Lachs und Quappe ermittelt.

Ein GIS-Projekt mit großräumigen Korridoren wandernder Arten (Daten von BfN und BUND) sowie LINFOS-Artnachweisen wurde aufgebaut, und mit ihm eine Bewertung des Konfliktpotenzials durch Bauwerke (v.a. Straßen, Brücken) für die Leitarten durchgeführt. Danach erfolgte die Ermittlung von Suchräumen für Wiedervernetzungsmaßnahmen, d. h. für Grünbrücken v. a. für im Wald lebende Säugetiere; für Querungshilfen für vorrangige bundes- oder landesweit bedeutende Fledermausquartiere; bei konfliktträchtigen Brücken beim Fischotter. Für die Kostenermittlung bei Maßnahmen an Brücken zur Verbesserung der Durchgängigkeit für den Fischotter wurde die Fa. Hydroprojekt, Weimar, hinzugezogen.

Abschließend wurden landesweite Karten für Wiedervernetzungsmaßnahmen und zugehörige shape-Files erstellt (Raumausschnitte für die vordringlichen Maßnahmen der Leitarten Wald, Fischotter und Fledermäuse auf der Grundlage der Orthofotos 2008).